Pflanzliche Ernährung ist unsere Zukunft!

Alles, was wir tun, hat Auswirkungen auf die Umwelt - auch unsere Ernährung. Die ökologische Landwirtschaft schützt unsere wertvollen Böden, trägt zur Erhaltung der Artenvielfalt bei und verbraucht weniger Wasser... Aber sie benötigt oft mehr landwirtschaftlich genutzte Fläche.

Das heißt, es braucht mehr Fläche für ökologischen Anbau, um dieselbe Menge an Lebensmitteln zu produzieren wie in der konventionellen Landwirtschaft. Kritiker der ökologischen Landwirtschaft führen dies gerne ins Feld. Gleichzeitig preisen sie die Errungenschaften der „grünen Revolution“ der konventionellen Landwirtschaft (Neuzüchtungen, Düngemittel) zur Sicherstellung der Nahrungsproduktion für die wachsende Weltbevölkerung.

Tatsächlich sind die Produktionszuwächse der letzten Jahrzehntebeeindruckend. Doch der Preis, den wir dafür zahlen, ist hoch und macht sich in der Überlastung unserer Lebensgrundlagen (Boden, Wasser, Luft) und im Artenschwund bemerkbar.

Zunehmender Fleischkonsum

Eine Ökologisierung der Landwirtschaft weltweit könnte viel Positives bewirken. Dies aber nur, wenn gleichzeitig der enorme Ressourcenverbrauch durch den hohen Konsum tierischer Lebensmittel gestoppt wird. Vor allem der hohe Flächenbedarf für die Futtermittelerzeugung schlägt zu Buche. Eine pflanzliche Ernährungsrevolution wäre daher der nächste logische Schritt.

Um eine Kalorie Nahrung aus tierischen Lebensmitteln zu erzeugen, werden durchschnittlich sieben pflanzliche Kalorien benötigt!

Die „Veredelung“ pflanzlicher in tierische Kalorien geht in der westlichen Welt vor allem mit der Zunahme von Wohlstandskrankheiten einher. Die Fettleibigkeitsepidemie ist dabei am augenfälligsten. Obwohl hierzulande die Verzehrmengen leicht sinken, spiegelt sich dies nicht in den Produktionszahlen wider. Tatsächlich wird in Deutschland so viel Fleisch produziert wie nie zuvor. Dafür sorgt derstarke Export, vor allem nach China. 

Die Entsorgung der „nicht exportierten“ Gülle, von Jauche und Mist über unsere Äcker und Felder zusätzlich zur üblichen Düngung steigert die Nitratbelastung im Grund- und Oberflächenwasser und sorgt für tote sauerstoffarme Zonen in Gewässern und Meeren.

Bierhefe - eine ideale Proteinquelle
mit geringem Flächenverbrauch

Bierhefe vermehrt sich in den Gärkesseln der Brauereien und hat eine enorm hohe Syntheseleistung an ProteinAn einem Tag können 500 kg Bierhefezellen etwa 10.000 mal mehr Protein bilden als eine Milchkuh Milchprotein - und das bei einem sehr geringen Flächenbedarf.
Für die Deckung von 10 % des Proteinbedarfs mit Hülsenfrüchten benötigen eine Million Menschen 200 qkm landwirtschaftliche Fläche. Erfolgt diese Deckung mit Rindfleisch ist der Flächenfußabdruck 22 mal so groß.
Bierhefe hat also ein enormes Potential landwirtschaftliche Nutzfläche einzusparen. Weniger Treibhausgase und ein geringerer Wasserbedarf sprechen ebenfalls für den eiweißreichen Einzeller. Mehr über Bierhefe...

Futtermittelherstellung vernichtet Fläche

Der Genuss von Fleisch und Milchprodukten führt weltweit zur Vernichtung riesiger Naturflächen für den Futtermittelanbau wie Mais und Soja. Wenn sich unser westlicher Lebensstil bei einer Bevölkerung des Planeten von zukünftig 9 Milliarden Menschen durchsetzt, wird sich die dafür notwendige landwirtschaftliche Fläche bis 2050 verdoppeln müssen. Man kann sich ausrechnen, dass der Öko-Landbau dann keine Rolle mehr spielen wird. 

Die Folgen

Stattdessen setzen viele Agrarwissenschaftler bereits heute auf gentechnisch veränderte Hochleistungssorten. Das Grundproblem eines nicht nachhaltigen Konsumstils lässt sich so aber nicht beseitigen.
Außerdem: Sollen wirklich wenige landwirtschaftliche Großkonzerne unsere Ernährung kontrollieren? Und was ist mit den Treibhausgasen? Schon jetzt trägt die Nutztierhaltung laut FAO zur Produktion von mindestens 14 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase bei und liegt damit auf dem Niveau des weltweiten Transportsektors. Das Worldwatch Institute geht sogar von der Nutztierhaltung als der größten Treibhausgas-Quelle aus, wenn Anzahl, Atmung und Methanausstoß der Nutztiere berücksichtigt werden.

Welche Vorteile bringt eine überwiegend vegetarische Ernährung? 

Die ökologische Belastung durch den Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln ist – bezogen auf Energie und Nährwert – für die Umwelt um ein Vielfaches geringer. Die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzlichen Vollwerternährung sind bestechend: 
  • Vegetarier und Veganer sind weniger übergewichtig und leiden seltener an Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes. 
  • Der Umgang mit Nutztieren sollte auf den Prüfstand. Ist die Ausbeutung von Tieren mit Genussargumenten zu rechtfertigen? 
  • Vom sozialen Standpunkt her können wir uns die billige Produktion von Futtermitteln für unsere Nutztiere in Entwicklungsländern nicht mehr leisten, wenn gleichzeitig die Ernährung in diesen Ländernnicht gewährleistet ist. 

Vieles spricht also dafür, der pflanzlichen Nahrungserzeugung Vorrang einzuräumen.Sie ist kein Allheilmittel. Spielen doch andere nicht ernährungsrelevante Verbrauchsgewohnheiten einegroße Rolle. Aber in einem Bereich, der mit unserer unmittelbaren Lebenserhaltung zu tun hat, verspricht die pflanzliche Ernährung den höchsten Nutzen für die Erreichung eines großen Ziels – der Balance zwischen unserem Dasein und einer begrenzten Welt.


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Bilder: Breites Getreidefeld: © Jürgen Fälchle/Fotolia.com; Getreidefeld mit Kirche: © dgestettenhofer/Fotolia.com