Die Ernährung der Zukunft ist pflanzlich!

Alles, was wir tun, hat Auswirkungen auf die Umwelt, auch unsere Ernährung. Die ökologische Landwirtschaft schützt unsere Böden, trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei und verbraucht weniger Wasser.

von Dipl. oec. troph. Philipp Metz

Allerdings ist der Flächenertrag im Bioanbau meist geringer: Ökologische Monokulturen verbrauchen mehr Fläche als in der konventionellen Landwirtschaft, um dieselbe Menge an Lebensmitteln zu produzieren. Kritiker der ökologischen Landwirtschaft führen dies gerne ins Feld; gleichzeitig preisen sie die Errungenschaften der „grünen Revolution“ der konventionellen Landwirtschaft (Neuzüchtungen, Düngemittel) zur Sicherstellung der Nahrungsproduktion für die wachsende Weltbevölkerung.
Die Produktionszuwächse der letzten Jahrzehnte sind tatsächlich beeindruckend. Doch der Preis, den wir dafür zahlen, ist hoch und macht sich in der Überlastung unserer Lebensgrundlagen (Boden, Wasser, Luft) und im Artenschwund bemerkbar.

Wir brauchen eine pflanzliche Ernährungsrevolution!
Eine Ökologisierung der Landwirtschaft weltweit könnte viel Positives bewirken. Aber nur, wenn gleichzeitig der enorme Ressourcenverbrauch durch den hohen Verzehr tierischer Lebensmittel gestoppt wird. Vor allem der Flächenbedarf für die Futtermittelerzeugung schlägt zu Buche. Eine pflanzliche Ernährungsrevolution wäre daher der nächste logische Schritt.

Um eine Kalorie Nahrung aus tierischen Lebensmitteln zu erzeugen, werden durchschnittlich sieben pflanzliche Kalorien benötigt!

Die „Veredelung“ pflanzlicher in tierische Kalorien geht in der westlichen Welt vor allem mit der Zunahme von Wohlstandskrankheiten einher. Die Fettleibigkeitsepidemie ist dabei am augenfälligsten.

Wachsende Fleischproduktion
Obwohl hierzulande der Fleischverzehr leicht sinkt, steigt die Produktion stark. Tatsächlich wird in Deutschland so viel Fleisch produziert wie nie zuvor. Dafür sorgt der starke Export, vor allem nach China. Die Entsorgung der „nicht exportierten“ Gülle, von Jauche und Mist über unsere Äcker und Felder zusätzlich zur üblichen Düngung steigert die Nitratbelastung im Grund- und Oberflächenwasser und sorgt für tote sauerstoffarme Zonen in Gewässern und Meeren.

Der Futtermittel-Blues
Der Genuss von Fleisch und Milchprodukten führt weltweit zur Vernichtung riesiger Naturflächen für den Futtermittelanbau wie Mais und Soja. Wenn sich unser westlicher Lebensstil bei einer Bevölkerung des Planeten von zukünftig 9 Milliarden Menschen durchsetzt, wird die dafür notwendige landwirtschaftliche Fläche sich bis 2050 verdoppeln müssen. Man kann sich ausrechnen, dass eine ökologische Bewirtschaftung dann keine Rolle mehr spielen wird. Deshalb setzen schon jetzt viele Agrarwissenschaftler auf gentechnisch veränderte Hochleistungssorten. Das Grundproblem eines nicht nachhaltigen
Konsumstils lässt sich so aber nicht beseitigen. Außerdem: Sollen wirklich wenige landwirtschaftliche Großkonzerne unsere Ernährung kontrollieren?

Klimaeffekt
Schon jetzt trägt die Nutztierhaltung laut FAO zur Produktion von mindestens 14 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase bei und liegt damit auf dem Niveau des weltweiten Transportsektors.

Das Worldwatch Institute geht sogar von der Nutztierhaltung als der größten Treibhausgas-Quelle aus, wenn Anzahl, Atmung und Methanausstoß der Nutztiere berücksichtigt werden.

Weltweit existieren etwa 70 Milliarden Nutztiere - etwa die 10-fache Anzahl der Weltbevölkerung!

Welche Vorteile bringt eine überwiegend vegetarische Ernährung?

  • Die ökologische Belastung durch den Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln ist, bezogen auf Energie und Nährwert, für die Umwelt um ein Vielfaches geringer.
  • Die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzlichen Vollwerternährung sind bestechend: Vegetarier sind seltener übergewichtig und leiden seltener an Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes.
  • Der Umgang mit Nutztieren sollte auf den Prüfstand. Ist die Ausbeutung von Tieren mit Genussargumenten zu rechtfertigen?
  • Vom sozialen Standpunkt her können wir uns die billige Produktion von Futtermitteln für unsere Nutztiere in Entwicklungsländern nicht mehr leisten, wenn gleichzeitig die Ernährung in diesen Ländern nicht gewährleistet ist.


Vieles spricht also dafür, der pflanzlichen Nahrungserzeugung Vorrang einzuräumen.

Sie ist kein Allheilmittel. Spielen doch andere nicht ernährungsrelevante Verbrauchsgewohnheiten eine große Rolle. Aber in einem Bereich, der mit unserer unmittelbaren Lebenserhaltung zu tun hat, verspricht die pflanzliche Ernährung den höchsten Nutzen für die Erreichung eines großen Ziels – der Balance zwischen unserem Dasein und einer begrenzten Welt.

Bild: © Jürgen Fälchle/Fotolia.com