Auswirkung einer gestörten Darmflora

Unverträglichkeiten durch „Löcher“ in der Darmwand?

Dem Auge verborgen und dennoch immens wichtig: Eine intakte Darmflora ist die Basis unseres Immunsystems. Sie besteht aus verschiedenen Gruppen von Mikroorganismen, die für längere Zeit den Darm besiedeln.

Im Optimalfall überwiegen die gesunderhaltenden Mikrorganismen, zu denen die Milchsäure-Bakterien zählen. Diese nützlichen Keime schützen die Darmschleimhaut und produzieren wichtige Nährstoffe sowie Abwehrstoffe gegen Fremdkeime. Medikamente, Krankheiten, vitaminarme Ernährung sowie Schadstoffe aus Nahrung und Umwelt stören die Darmflora. Eine vielfältige und ausgewogene Ernährung, reich an Vitaminen und pflanzlichen Schutz- und Ballaststoffen, hält sie dagegen gesund und stark.

Schon seit längerem vermutet man, dass die Zusammensetzung der Darmflora erheblichen Einfluss auf die Allergie-Entstehung haben kann. So leiden Neurodermitiker häufiger als Gesunde unter einer veränderten Darmflora. Untersucht man diese, so findet man meist weniger Milchsäure-Bakterien, dafür vermehrt krankmachende Clostridien und Candida-Pilze. Diese Keime schädigen die Darmschleimhaut und schränken deren schützende Funktion ein. Ähnliches gilt für Asthma bronchiale- und Heuschnupfen-Patienten.

Warum kann eine veränderte Darmflora zu Allergien führen?

Die Darmbakterien sitzen wie ein dichter Teppich auf der Darmschleimhaut und schützen sie vor krankmachenden Keimen. Eine intakte Schleimhaut ist in der Lage, „gut“ und „böse“ voneinander zu unterscheiden und nur die wichtigen Nährstoffe ins Blut abzugeben. Bei Störungen wird der Bakterien-Teppich regelrecht durchlöchert. Mediziner bezeichnen dies als „leaky gut“-Syndrom. Wie durch ein zu grobmaschiges Sieb gelangen vermehrt Stoffe unkontrolliert ins Blut, die dort nicht hingehören. Der Körper versucht diese abzuwehren, um Schlimmeres zu verhindern. Die Folge sind „allergische“ Symptome wie Quaddeln auf der Haut, Juckreiz, Darmbeschwerden, Kopfschmerzen. Dies erklärt auch die vielen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, unter denen besonders Neurodermitiker leiden.

Was tun, wenn Lebensmittel nicht mehr vertragen werden?

Immer mehr Menschen klagen, dass sie plötzlich ganz normale Lebensmittel nicht mehr vertragen: Grundnahrungsmittel wie Getreide, Obst- und Gemüsearten, auf die sie dann letztlich ganz verzichten. Dies macht eine Versorgung mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen recht schwierig.

Fehlernährung aus Angst vor möglichen Allergenen kann die Darmflora und damit das Immunsystem zusätzlich stören. Mangelernährung kann so zu Symptomen führen, die fälschlich wiederum als „Allergie“ erkannt werden, ohne dass eine solche wirklich vorliegt – ein Teufelskreis.

Häufig hilfreich: Bringen Sie Ihre Darmflora wieder ins Lot!

Immer wieder berichten Betroffene, die ihre Ernährung eigentlich nur umgestellt haben, um etwas gegen ihre Verdauungsbeschwerden zu tun, dass als positiver Nebeneffekt Unverträglichkeiten auf Tierhaare, Pollen etc. verschwunden sind. Möglicherweise haben sie über eine bessere Nährstoff-Versorgung die „Löcher“ in der Darmflora geflickt und somit alles ins Lot gebracht.

Antibiotika-Therapie verändert die Darmflora nachhaltig

Wer ein Antibiotikum einnehmen muss, bekämpft damit nicht nur die gefährlichen, sondern auch die nützlichen Bakterien. Dadurch kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten; es kommt zu Störungen wie Durchfall oder Verdauungsproblemen. Normalerweise wird nach Beendigung der Therapie schnell wieder eine normale Darmfunktion erreicht.

Eine schwedische Studie bestätigte 2010 die Beobachtung, dass eine Antibiotika-Therapie neben einer kurzzeitigen Wirkung auf die Darmflora auch länger anhaltende Folgen haben kann. Die für ein intaktes Immunsystem wichtigen Darmbakterien speichern die Informationen für eine Resistenz bis zu zwei Jahre in ihren Genen. Durch das lange Verweilen der Resistenzgene im Darm steigt das Risiko dafür, dass spätere Antibiotika-Therapien nicht entsprechend wirksam sind. Außerdem können sich diese Gene auch an schädliche Keime anheften und so zur Entstehung neuer resistenter Bakterienstämme beitragen.

Das Fazit der Studie: Der Einsatz von Antibiotika ist hilfreich und wichtig. Allerdings sollte stets mit dem Arzt geklärt werden, ob in jedem Fall eine medikamentöse Behandlung notwendig ist. Wenn ja, helfen Sie Ihrem Darm rechtzeitig mit einer ausgewogenen Ernährung!