So klappt´s mit der Verdauung!

Über Darmprobleme wird nicht gerne gesprochen, obwohl viele Menschen an „Verstopfung“ leiden. Meist kann leicht Abhilfe geschaffen werden. Durch einen trägen Darm fühlt sich mehr als ein Drittel der Bevölkerung beeinträchtigt, Frauen wesentlich häufiger als Männer und ältere Menschen mehr als jüngere. Woran liegt das?

Begünstigt unser Lebensstil eine Darmverstopfung?

Da ist viel dran: Eine ballaststoffarme Ernährung, zu wenig trinken, Bewegungsmangel, Aufschieben des Stuhlgangs trotz Stuhldrangs, Stress – das alles gilt als darmunfreundlich und kann einen trägen Darm begünstigen.

Viele Menschen essen heute zu ballaststoffarm: Der Anteil an Brot, Nudeln und Reis mit Vollkorn sinkt auf unseren Tellern und wird vom Schnitzel verdrängt. Und viele mögen oder vertragen Vollkorn nicht. Obst und Gemüse tun zwar ihr Bestes, vor allem die Hülsenfrüchte - sie kommen aber nicht an den Ballaststoffgehalt von Vollkorn heran.

Wenn wir ehrlich sind, essen wir die aber auch nicht so häufig. Auch Kohlsorten meidet man gerne, da arbeitsaufwendig oder schlecht verträglich. Low-Carb und ein unnötiger Verzicht auf glutenhaltige Produkte tragen das Ihre dazu bei.

Nicht immer ist die Ernährung schuld

Falsches Essen kann belastenManchmal gibt es auch andere Ursachen: Schwangere und Ältere – und Urlauber – leiden unter hormonellen Veränderungen oder einem schwächer arbeitenden Darm. OP-Vernarbungen im Darm, Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose, Schlaganfall, Schilddrüsenunterfunktion, Demenz, Tumore können in die Darmtätigkeit eingreifen. Nicht selten schaden Medikamente, z.B. Antibiotika, und stören Darmmobilität und die Darmflora, die selber einiges zur Verdauung beitragen kann.
 

 Selbsthilfe für den Darm

  • Achten Sie auf eine ballaststoffreiche und natürliche Ernährung. Mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich werden empfohlen – das ist für viele ein eher weit entferntes Ziel.


Ballaststoffreiche Lebensmittel bringen Ihre Verdauung in Schwung:

  • Vollkornbrot, Vollkornpasta, Getreideschrot und -flocken. Eine Besonderheit stellen gerade die unlöslichen Fasern im Getreide, insbesonders der Gerste dar. Diese quellen gut und sorgen für einen schnellen Abtransport im Darm.
  • Kohl: Vor allem Wirsing, Brokkoli, Blumen-, Grün-, Rosen-, Rot- und Weißkohl), aber auch Möhren, Fenchel und Kartoffeln liefern viele Ballaststoffe.
  • Erbsen, Bohnen aller Art, Kichererbsen, Linsen, Süßlupinen sorgen für den nötigen Ballast.
  • Beeren sind sehr ballaststoffreich. Dazu tragen gerade die kleinen Kernchen bei. Bei Obst an sich punktet Trockenobst.


Ballaststoffe können wir zwar nicht verdauen, wohl aber unsere Darmflora, die winzig kleinen Bakterien, die den Darm bevölkern. Sie leben von unverdauten Ballaststoffen und produzieren dabei Stoffe, die positiv auf die Abwehrkräfte im Darm einwirken.

Frühstück               1 Vollkornmüsli (30g) z.B. Ceregran = 4 g

Zwischendurch       1 Apfel = 2 g
Mittagessen            2-3 mittl. Kartoffeln, 2 Karotten, 1 kleiner Kohlrabi = 11 g
Zwischendurch       1 Joghurt mit 30 g Beeren oder Vollfruchsaft und 2 Esslöffel ProMend aktiv = 7g
Abendessen            2 Scheiben Vollkornbrot + Fenchel-Rohkostsalat = 10 g

Summe Ballaststoffe                                30g

 

  • mindestens eineinhalb Liter Flüssigkeit trinken
  • schon vor dem Frühstück ein Glas lauwarmes Wasser mit Honig trinken – das wirkt leicht abführend.
  • für ausreichend Bewegung sorgen: Spazierengehen, Radfahren oder Gymnastik sind hilfreich

Das wussten wir bislang auch noch nicht:

Roggen enthält Pentosane. Sie sorgen dafür, dass man aus Roggen Brot backen kann. Als Quellstoffe gehören die Pentosane zu den Ballaststoffen. Eine Besonderheit ist, dass sie im Roggen nicht wie bei anderem Getreide nur in der Schale, sondern im ganzen Korn verteilt sind. Daher liefert ein helles Roggenbrot fast so viele Ballaststoffe wie ein Roggenvollkornbrot.

 

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