Wie wir leben - Triumph über die Gene

Hat man "schlechte" Gene geerbt, so steigt das persönliche Risiko für einen Schlaganfall um ein Drittel. Ein ungesunder Lebensstil steigert dieses  aber gleich um zwei Drittel! Da beides unabhängig voneinander wirkt, lohnt es sich auf jeden Fall, gesund zu leben - das kann die genetischen Nachteile ausgleichen.

Von einer gesunden Ernährung und viel Bewegung scheinen alle Menschen in einem ähnlichen Ausmaß zu profitieren - so ein deutsch-britisches Forscherteam nach Auswertung einer Studie mit 500.000 Briten. Die Teilnehmer lieferten Genprofile und viele Angaben zur Ernährung und Lebensstil.

Die Forscher fanden weiterhin heraus, dass ein ungesundes Leben das Schlaganfallrisiko gleichermaßen bei Personen mit und ohne ungünstiger Genausstattung erhöht. Anders ausgedrückt: Ungünstige Gene und schlechter Lebensstil führen zu einer rund 130 Prozent erhöhten Schlaganfallrate. Am stärksten trugen Rauchen und Übergewicht bei.
Männer profitieren besonders von Lebensstiländerungen für den Schutz der Hirngefäße. Im Schnitt leben sie nicht nur ungesünder als Frauen, bei ihnen schlägt der ungesunde Lebensstil auch stärker durch.

Als wichtige Risikofaktoren gelten Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. 

 Dr. Rutten-Jacobs, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn 
Ärztezeitung, 5.11.2018

 

Bild: MabelAmber/Pixabay