Wie erholt sich die Darmflora nach Antibiotika-Therapie?

Dieser Frage ging eine Forschergruppe des May-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin nach.

Nach Verabreichung dreier Antibiotika zeigte sich bei den Teilnehmern der Studie, dass der Darm nicht vollständig steril war – ein Teil der Keime wandelte sich in überlebensfähige Sporen um. Die anschließende Wiederbesiedelung verlief in Stufen. Zunächst tauchten vermehrt krankmachende Keime auf – eine Erklärung, warum die meisten Antibiotika Magen-Darm-Störungen hervorrufen.

Mit der Zeit normalisierte sich die Darmflora wieder, und die Krankmacher wurden nach und nach durch „gesunde“ Bakterien ersetzt. Nach einem halben Jahr war der Urzustand nahezu wiederhergestellt, aber einige empfindliche Bakterienarten blieben dauerhaft verschwunden. Und auch die Anzahl der Resistenz-Gene in den Bakterien hatte sich erhöht.

Diese Studie zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, Antibiotika mit Bedacht einzusetzen. Weiterhin wird untersucht, ob die schwindende Artenvielfalt im Darm Einfluss auf Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen hat.


Quelle: Nature Microbiology 2018, DOJ: 10.1038/s41564-018-0257-9

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