Lebe wild und gefährlich? Internationaler Männertag 2018

Die Aufmerksamkeit der Männer für ihren Körper und ihr Verhalten muss dringend gestärkt werden.

Noch immer haben Männer eine um 5,5 Jahre kürzere Lebenserwartung als Frauen. Biologisch erklärbar ist höchstens ein Jahr Unterschied. Die restlichen 4,5 Jahre gehen durch andere, beeinflussbare Ursachen verloren. Jahre, die es bei guter Lebensqualität durchaus zu leben lohnt!
Deutschlands Männer sind oft kränker als sie selbst zugeben. Männer verdrängen ihre Beschwerden und suchen zu selten Hilfe. Deswegen bleiben viele Krankheiten unbehandelt. Nur 20 Prozent aller Männer nehmen regelmäßig Vorsorgeangebote wahr. Männer werden daher auch als „das vernachlässigte Geschlecht“ bezeichnet.

Zu viele Kilos = Gesundheitsrisiko

Mit steigendem Alter nehmen viele Männer deutlich an Gewicht zu. 2017 waren mehr als 70 Prozent der Männer über 55 Jahren übergewichtig, bei den 20- bis 25-Jährigen waren es 33 Prozent.
Übergewicht schränkt die Lebensqualität ein und kann schwerwiegende Krankheiten verursachen: Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebserkrankungen.

Höhere Risiken am Arbeitsplatz

Männer sind meist immer noch die Hauptversorger. 92 Prozent der tödlichen Arbeitsunfälle betreffen Männer, obwohl die körperlich anstrengende Arbeit in den letzten 20 Jahren durch technischen Fortschritt und Verlagerung ins Ausland hierzulande weiter abgenommen hat. Frauen arbeiten dagegen eher in Teilzeit; bei diesen scheint die Doppelbelastung Beruf und Familie zwar anstrengend, aber der Gesundheit eher nicht abträglich zu sein. Erst seitdem mehr „Familienfrauen“ ganztags beschäftigt sind, steigt die Lebenserwartung von Frauen weniger.

„Männlich“ sein kann die durchschnittliche Lebenserwartung senken

Schon Jungen verhalten sich risikoreicher als Mädchen. Sie konsumieren deutlich mehr Drogen und harte Alkoholika. Die Unfall- und Suizidrate ist bei Männern deutlich höher als bei Frauen.


Männergesundheit in Zahlen

  • Männer trinken mehr Alkohol und nehmen mehr Drogen. 83 Prozent der Drogentoten sind männlich.
  • 60 Prozent der Männer in allen Altersklassen sind übergewichtig. Schon bei Jungen findet man Übergewicht häufiger als bei Mädchen.
  • Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen treffen deutlich mehr Männer.
  • Männer haben ein fünfmal höheres Herzinfarktrisiko als Frauen.
  • Die Unfall- und Selbstmordrate ist bei Männern dreimal so hoch.
  • Männer sind seltener im Krankenhaus, verbringen dann aber mehr Zeit dort.
  • Psychische Erkrankungen kommen bei Männern genauso häufig vor wie bei Frauen, bleiben allerdings meist unentdeckt und so unbehandelt.
  • Untersuchungen zeigen, dass über die Hälfte aller Männer isst, was ihnen schmeckt, unabhängig davon, ob es gesund ist.
  • Männer essen doppelt so viel Fleisch und Wurst wie Frauen. Jeder vierte Mann isst täglich Fleisch, Wurst und Eier. Bei Frauen ist es nicht einmal jede Zehnte.
  • Männer können ihr Ess- und Trinkverhalten in Gesellschaft und unter Stress schlechter regulieren.

 

Fazit:
Viele Männer müssen sich aktiver für ihre Gesundheit einsetzen. Frauen sollten mit mehr Verständnis auf „ungesundes Verhalten“ reagieren. Wichtig ist die Unterstützung beim Umsetzen einer besseren Lebensweise. Denn Männer sind nicht immun gegen jede Gesundheitsempfehlung.

Auf der Website www.maennergesundheitsportal.de findet man zahlreiche Tipps für gesunde Ernährung und sportliche Aktivität. Außerdem wird eine kostenlose "Wissenreihe Männergesundheit" zum Thema Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Burnout, Herzinfarkt u.v.m. angeboten.

Das hilft (nicht nur) dem Mann
1. Mit dem Rauchen aufhören! Rauchen ist nicht nur schlecht für die Lunge. Auch Blase, Blutgefäße und das gesamte Immunsystem leiden. Mit jeder Zigarette steigt das Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt.
2. Bauch verkleinern! Versuchen Sie, Ihr Normalgewicht zu halten oder zu erreichen. Besonders Bauchfett erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Es aktiviert Hormone, die Blutdruck und Cholesterinspiegel ansteigen lassen und stört die Blutzucker-Regulation. Faustregel: Der Bauchumfang sollte bei Männern 94 Zentimeter nicht übersteigen (bei Frauen: 80 Zentimeter).
3. Bunt ist gesund! Täglich fünf Portionen Obst und Gemüse sind optimal. Eine vitaminreiche Kost beugt vielen Erkrankungen vor. Süßigkeiten nur in Maßen essen.
4. Mehr Wasser trinken: Wassertrinken spart Energie und hilft beim Abnehmen. Mindestens 1,5 Liter am Tag trinken. Auch Fruchtschorlen, Früchte- und Kräutertees sind empfehlenswert. Limonaden und Colagetränke meiden.
5. Zurückhaltung beim Alkohol! Mehr als 1/4 Liter Wein oder 1/2 Liter Bier sollte sich der gesunde Mann nicht zumuten (für Frauen gilt die Hälfte davon als akzeptabel). Und das auch nicht jeden Tag.
6. Mehr Bewegung! Ab dem 30. Lebensjahr nehmen viele Männer zu. Gesundes, maßvolles Essen und mindestens 5.000 Schritte am Tag können dem entgegenwirken. Einfache Schrittzähler helfen bei der Umsetzung. Am besten sind dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauertraining und leichte Kraftübungen für Arme, Rücken und Bauch – hilfreich ist ein Theraband für kräftigende Gymnastikübungen.
7. Ausreichend schlafen! Schlaf ist Erholung für den Körper. Schaffen Sie die nötige Umgebung: kein Fernseher ans Bett, Zimmer abdunkeln.
8. In Zweisamkeit investieren! Eine glückliche Partnerschaft tut gut, eine unglückliche kann krank machen.
9. Vorsorgen! Nicht erst ab 45 zum Arzt gehen! Vor allem dann nicht, wenn männliche Verwandte Prostatakrebs hatten. Gehen Sie dann eher fünf Jahre früher zur Vorsorge.

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